Hospizverein Prien zieht positive Bilanz und sucht Unterstützer

von | Juli 22, 2025 | Aktuelles

Vorsitzender Stefan Scheck würdigt ehrenamtliche Mitarbeiter für 535 Einsatzstunden

„Es darf auch wirklich mal gelacht werden, das haben wir immer wieder festgestellt bei unseren Grund- und Aufbaukursen“. Diese Erfahrungen ordnet man gewöhnlich nicht einem Hospizverein zu, dessen Aufgaben es vornehmlich sind, den Menschen in ihrem allerletzten Lebensabschnitt noch so viel wie möglich an Liebe, Zuneigung und Erleichterung zukommen zu lassen, ehe sie sich auf die letzte Reise machen. Das war einer der Einblicke in die Tätigkeit der etwa 15 Hospizbegleiter und der derzeit 278 Mitglieder der Hospizgruppe Prien und Umgebung, die sich zu ihrer Jahresversammlung im Priener Pfarrheim traf.

Stefan Scheck als Vorsitzender bedankte sich zum Auftakt der Veranstaltung zu allererst bei den ehrenamtlichen, oftmals sehr langjährig aktiven Hospizbegleiterinnen. Er informierte darüber, dass die Hospizbegleiter im abgelaufenen Vereinsjahr bei 14 Begleitungen (davon sieben in Seniorenheimen und sieben privat) 535 Einsatzstunden und 5648 Kilometer zurückgelegte Wegstrecken zusammenkamen.

„Unser Hospizverein ist ein kleiner, aber sehr feiner Haufen von Menschen, die sich der Hospiz- und Palliatividee verschrieben haben. Wir haben nur eine Mini-Job-Angestellte, die restlichen rund 699 Verwaltungsstunden sind so ehrenamtlich wie die der Begleiter“, sagte der Vorsitzende. Wie schon bisher will der Hospizverein Prien mit Gruppenabenden, mit öffentlichen Vorträgen und Veranstaltungen, mit Workshops und mit Informationsständen auf sich aufmerksam machen. Gerade für den Informationsstand einmal im Monat auf dem Priener Grünen Markt am Freitag werden noch Mitglieder und Interessierte gesucht, die über die grundsätzlichen Aufgaben und Ziele des Hospizvereins Auskunft geben wollen.

Für Schatzmeister Walter Richter war es wichtig, wieder Dank der Mitgliedsbeiträge und Spenden einen positiven Jahresabschluss verkünden zu können. Erträge des Vereins kommen immer wieder der Chiemseehospiz-Einrichtung in Bernau zugute. Die Entlastung von Kassier und Vorstand erfolgte einstimmig. Bei den weiteren Informationen des Vorsitzenden hieß es weiter: „Das Chiemseehospiz in Bernau mit zehn Betten, fast 90 Prozent Auslastung und durchschnittlich 27 Tagen Verweildauer arbeitet eng mit uns, mit den Palliativ-Stationen, mit den Hausärzten sowie mit den ambulanten Hospiz- und Pflegediensten zusammen. Das Alter der Chiemseehospiz-Bewohner ist von 20 Jahren bis hochgetagt, die meisten Sterbenden sind in der Altersgruppe von 60 Jahren bis 75 Jahren“. Für die Hospiz- Verantwortlichen und für die Begleiter kommt mit dem Paragraf 217 zum assistierten Suizid eine neue Aufgabe und Herausforderung zu. „Hier müssen wir gemeinsam Haltung finden, denn es kam schon und kommt bestimmt wieder mal vor, dass ein Klient sterben möchte und den Begleiter fragt, ob er ihm denn nicht helfen möge“, erklärte Stefan Scheck.

Der bereits im vergangenen Jahr angedachte Dialog mit den Schulen hat nun erste Formen angenommen und ein erstes Treffen in einer zehnten Klasse im Ethik- oder Religions-Unterricht ergab, dass die Schüler eine durchaus offene Haltung zum Thema Tod und Sterben haben.

Zum Abschluss der Versammlung dankte Stefan Scheck nochmals allen Teilnehmern und bat darum, dass die Hospizidee noch weiter nach draußen getragen werden soll. Text Hötzelsperger

Foto (Hötzelsperger) von links nach rechts: Walter Richter (Schatzmeister), Angela Müller (Beisitzerin), Angelika von Obernitz (2. Vorsitzende), Christine Krause-Sinn (Beisitzerin), Angelika Fischer (Schriftführerin), Susanne Bredow (Beisitzerin), Stefan Scheck (1. Vorsitzender), Anja Summerer (Beisitzerin).